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  • Justin Schirlo

Warum wir unserem Schicksal entkommen müssen




Glaubst du an das Schicksal oder den Zufall? Eine Frage, die mir schon oft gestellt wurde. Und eine Frage, die sich gar nicht so einfach beantworten lässt. Lange Zeit glaubte ich an das Schicksal, an einen vorbestimmten Verlauf unseres Lebens. Weil ich an etwas Größeres, Höheres, Mächtigeres als uns glauben wollte. Etwas so Magisches, dass es sich einer Erklärung durch unsere Wissenschaft entzieht. Ich denke, ich wollte mir so etwas Magie bewahren. Denn ein Leben ohne Magie stellte ich mir langweilig und traurig vor.


Ich bin dieser Magie, von der ich spreche, schon oft begegnet. In Momenten, in denen ich eine klare Vorstellung davon hatte, was jetzt genau das Beste für mich sei, überraschte mich das "Schicksal" mit einem anderen Plan. Am Ende dieser Ereignisse stellte ich oft fest, dass diese Dinge mir genauso passieren mussten, um mich meinen Träumen etwas näher zu bringen. Im Nachhinein war es immer einfacher, den angeblichen Plan dahinter zu verstehen. Dennoch stellte sich die Frage, war es vielleicht doch nur der perfekte Zufall?


Also, welche Rolle könnte der Glaube an den Zufall für uns spielen? Das Leben entstand als Produkt eines ungewollten Ereignisses, dem Zufall aller Zufälle. Die Geburt von "Luca", der ersten Zelle mit der Fähigkeit sich selbst zu vermehren, vor etwa 4 Milliarden Jahren. Eigentlich ist die gesamte Geschichte unseres Universums eine Anhäufung von Zufällen. Vielleicht wurde schon damals allen Elementen das Vertrauen in den Zufall eingepflanzt. Dass wir heute die Wunder des Lebens ergründen können, haben wir einem Zufall zu verdanken.

Ich denke, dem Zufall seine unveränderbare Eigenschaft der Willkür machen wir uns heute zunutze. Es geht darum, die Verantwortung für unser eigenes Leben zurückzuweisen.


Ich weiß, dass ich bewusst und unbewusst handle. Und dass mein Handeln stark durch den Einfluss der Vergangenheit gesteuert wird. Wir treffen Entscheidungen basierend auf unseren Erfahrungen. Und wie wir denken, reagieren und handeln, beeinflusst unsere Art zu leben. Wir entwickeln Muster und Strategien, um unser Leben zu bewältigen. Diese wiederum definieren eine sehr eindeutige Richtung für den Verlauf unseres Lebens. Unser Schicksal steht fest, es sei denn, es gelingt uns, unserer Vergangenheit zu entkommen.


Wir können keine genauen Ereignisse vorhersagen, aber wir können sehr wohl selbst bestimmen, wie wir auf diese Ereignisse reagieren wollen, indem wir bewusste Entscheidungen treffen, wie wir leben und wer wir sein wollen. Denn falls wir dies nicht bewusst tun, tut unsere Vergangenheit das für uns. Verloren, ein Leben zu leben, für das wir uns nie wirklich entschieden haben.


Wir sind endliche Wesen, und unsere Leben werden immer mit dem Tod verbunden sein. Die Liebe immer mit Verlust, unsere Freiheit mit Furcht und Wachstum mit Trennung. Die einzigen Unvermeidbarkeiten, die wir alle teilen. Eine Wahrheit, der niemand entkommen kann. Und weil wir das oft nicht verstehen oder diese Last uns so erdrückend erscheint, bedienen wir uns der Magie des Schicksals und Zufalls.


Das Schicksal und der Zufall existieren, sie sind Co-Autoren unserer Geschichten, und sie werden oft versuchen, den Verlauf zu lenken. Und wenn wir uns dazu entscheiden, uns dem Schicksal und dem Zufall zu beugen, entziehen wir uns der Möglichkeiten, unser Leben selbst zu gestalten.


Kein Mensch hat das Schicksal, in das er geboren wurde, verdient. Manch einer wird in Armut geboren, ein anderer in Reichtum. Und dabei spreche ich nicht von Geld. Wie wir sterben, verdienen wir uns selbst. Das obliegt allein unserer Fähigkeit, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen. Wir müssen selbst entscheiden, wie wir glücklich, erfüllt und sinnvoll leben wollen. Ich weiß, dass ich am Ende meines Lebens sagen möchte, dass ich mich für mein Leben entschieden, mein Schicksal selbst bestimmt und nichts der Unberechenbarkeit des Zufalls überlassen habe. Und dabei bin ich immer empfänglich für die Wunder und die Magie der Liebe und des Lebens geblieben.

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